Kampfspuren und Krankheiten - Fischsaurierknochen erzählen eine bewegte Lebensgeschichte

Dies ist das spannende Forschungsgebiet von Frau Dr. Judith Pardo Perez aus Feuerland (Chile). Frau Dr. Perez ist zur Zeit am Staatlichen Naturkundemuseum in Stuttgart als Postdoc beschäftigt. Im Zuge eines Aufenthalts im Urwelt-Museum in Bayreuth untersucht sie zahlreiche Skelette von Fischsauriern aus der Tongrube Mistelgau. Knochen für Knochen leuchtet sie mit einer Speziallampe aus. Immer wieder findet sie seltsame Verformungen der Knochen, die von Krankheiten, Unfällen oder Bissverletzungen stammen. Offenbar war das Leben für die 180 Millionen Jahre alten Meeresraubtiere ganz schön gefährlich.


In den nächsten Monaten werden weitere Forscher aus der ganzen Welt im Urwelt-Museum Oberfranken arbeiten. Eine Delegation von Forschern aus Japan wird Ende August in der Tongrube und im Urwelt-Museum forschen. Frau Erin Maxwell aus Kanada wird ebenfalls die Fischsaurier untersuchen, sie ist aber eher an der Artenvielfalt dieser Tiere interessiert. Möglicherweise findet sie sogar neue Arten, die noch gar nicht beschrieben sind. Professor Rauhut von der Paläontolöogischen Staatssammlung in München wird Doktoranden und andere Wissenschaftler nach Bayreuth schicken, welche die Reptiliengemeinschaft der Tongrube untersuchen sollen. Krokodile, Fischsaurier und Plesiosaurier bilden eine bunte Gesellschaft von Meeresreptilien, die im tropischen Urwelt-Meer von Mistelgau lebten.


Dr. Rabold, der Direktor des Urwelt-Museums: "Wissenschaftler aus der ganzen Welt zeichnen ein spannendes Bild des tropischen Urwelt-Meeres welches vor Millionen von Jahren direkt vor unserer Haustür existierte."

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Frau Dr. Peres aus Chile untersucht einen Riesenfischsaurier im Urwelt-Museum in Bayreuth

2015

An den im Urwelt-Museum ausgestellten Schädeln verschiedener Muschelkalk-Saurier wurden im Herbst 2015 Untersuchungen der Universität Zürich durchgeführt. An der Zoologischen Staatssammlung München wurden CT-Untersuchungen am Schädel von Pistosaurus longaevus

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und am Unterkiefer von Nothosaurus mirabilis durchgeführt.

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